Effizienter Energieeinsatz im Hotel

Best-Practice-Beispiel: Hotel Merkur in Nürnberg

Das Potenzial möglicher Energieeinsparungen im Hotelgewerbe wird häufig unterschätzt. Für die Hoteliers zählen in aller erster Linie der reibungslose Betrieb und die Aufrechterhaltung eines Qualitätsstandards für ihre Kunden.

In einer umfassenden Energiestudie wurden durch die EnergieAgentur Mittelfranken in Kooperation mit dem Institut für Energie und Gebäude (ieg) in Nürnberg und dem Ingenieurbüro Hollfelder aus Neumarkt exemplarisch alle relevanten Energiethemen für bestehende Hotelbetriebe zusammengestellt. Am Beispiel des Hotels Merkurs in Nürnberg wird darin verdeutlicht, dass in vielen Bereichen ökologisch und wirtschaftlich zweckmäßige Maßnahmen möglich sind, ohne dass sich der Hotelbetrieb und der Komfortstandard für den Gast verschlechtert.

Die Idee zur Erstellung dieses Konzeptes entstand im Rahmen der Nürnberger Initiative „Netzwerk Coup 21“.

Energie im Hotel allgemein

Die Nutzung der verschiedenen Energieformen in einem Hotel unterscheidet sich zum Teil wesentlich von denen anderer Gebäude und Betriebe. Im Bereich der Wärmeversorgung spielt die Warmwasserbereitung eine außergewöhnlich große Rolle. Für die Raumheizung sind die zwei Nutzungszustände (belegt oder unbelegt) charakteristisch. Der Stromverbrauch in einem Hotel wird maßgeblich durch die Beleuchtungstechnik, Lüftungsanlagen, durch die Küchen- und Wäschereigeräte und – wenn auch in beschränktem Umfang - durch Einzelverbraucher in den Hotelzimmern beeinflusst. Wie energieintensiv das Hotelgewerbe ist, sei an folgender Betrachtung dargestellt:

Der mittlere Strombedarf in einem Hotel bezogen auf ein Doppelzimmer liegt bei ca. 3.700 kWh pro Jahr. Dies entspricht dem Stromverbrauch einer 4-5-köpfigen Familie in einem Einfamilienhaus.

Beim Wärmebedarf entsprechen im Mittel 12.000 kWh pro Doppelzimmer und Jahr dem Wärmebedarf eines modernen Einfamilienhauses.

Die Energiedichte ist demnach durch den meist angegliederten Gastronomiebetrieb, Schwimmbäder und andere dauerhaft im Betrieb befindliche Hotelbereiche sehr groß.

Eine Betrachtung der Energiekosten in einem Hotel bezogen auf die Gesamtkosten des Hauses ergibt in vielen Fällen einen Wert zwischen 3 % und 7 %. Damit kann sich die Nutzung von Energieeinsparpotenzialen maßgeblich auf den Gewinn eines Hotelbetriebes auswirken. Aus einer Studie der Berliner Energieagentur geht hervor, dass die Einsparpotenziale in Hotels im Bereich zwischen 8 und 40 % liegen können.

Bereich

Geräte

Gästezimmer

Beleuchtung, Minibar, Fernseher, evtl. dezentrale Warmwassererhitzer

Foyer, Gänge

Beleuchtung, Aufzüge

Küche / Restaurant

Beleuchtung, Herd, Brat-/Backofen, Kessel, Kippbratpfannen, Grillplatte, Friteuse, Heißluftdämpfer, Bain-maries (Wasserbad), Mikrowelle, Spülmaschine, Rechauds (Tellerwärmer), Kühlschrank, Tiefkühltruhen, Kühlräume, Dunstabzugshauben

Haustechnik

Heizkessel, Lüftungsventilatoren, Kältemaschinen (Klimaanlagen)

Wäscherei

Waschmaschinen, Wäschetrockner, Heißmangeln

Schwimmbad

Pumpen, Heizanlagen, Saunaofen, Beleuchtung

Büro

Kopierer, Computer, Faxgeräte, Telefonanlagen, Beleuchtung

 

Hotel Merkur

Mit heute knapp 200 Zimmern und 300 Betten zählt es zu den größten Hotels in Nürnberg. Das Hotel fungiert nahezu ausschließlich als Messehotel. Vorrangig wird es damit zu Messezeiten voll ausgelastet und zu anderen Zeiten nahezu überhaupt nicht. Die Summe der Energie- und Wasserkosten liegt bei ca. 126.000 € pro Jahr.

Die Energiestudie umfasst folgende Aspekte:

·         Benchmarking für die Verbrauchskennwerte

·         Gebäudephysik (Dämmung)

·         Heizung und Warmwasser, insbesondere Regelungstechnik

·         Blockheizkraftwerke

·         Lüftungsanlagen

·         Küchentechnik und Wäscherei

·         Erneuerbare Energien (Solarthermie und Biomasseheizung)

·         Beleuchtung

·         Strom im Hotelzimmer (Minibar, TV)

·         Organisatorische Maßnahmen

 

Nähere Infos zu der Hotelstudie können Sie erhalten bei:

EnergieAgentur Mittelfranken (EAM)
Wilhelm-Spaeth-Straße 79
90461 Nürnberg
Tel. 0911-801170
Fax 0911-8011711
Mail: info@eamfr.de

 

Institut für Energie und Gebäude (ieg) der
Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg
Keßlerplatz 12
 90489 Nürnberg
Tel.: 0911-5880-1842
Fax: 0911-5880-5111
Mail: ieg@fh-nuernberg.de

 

Ingenieur Büro
Energie Unternehmensberatung
Paul Hollfelder
Loy-Hering-Straße 16
92318 Neumarkt
Tel. 09181-464465
Fax 09181-464466
Mail: paul.hollfelder@t-online.de