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Potenzialstudie für Erneuerbare Energien im Stadtgebiet Lauf a. d. Pegnitz


In der Potenzialstudie werden die Möglichkeiten und Grenzen einer Nutzung erneuerbarer Energiequellen im Stadtgebiet Lauf a. d. Pegnitz untersucht. Sie umfasst die Erhebung und Bewertung der lokal gegebenen Potenziale aus ökologischer und wirtschaftlicher Sicht. Die Motivation für die Erstellung dieser Studie liegt in der angestrebten lokalen Reduktion der Umweltbelastungen, die mit der Nutzung fossiler Energieträger verbunden sind (Leitgedanke des Agenda-21-Prozesses).

Das Untersuchungsgebiet schließt neben der Kernstadt Lauf auch 12 angrenzende Ortsteile ein.

Untersucht werden die folgenden Teilbereiche:

Windenergie

Anhand von Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes wurde das Gebiet im Hinblick auf mögliche Standorte für die Errichtung von Windkraftanlagen untersucht.

Für mindestens zwei Standorte im Stadtgebiet Lauf a. d. Pegnitz (Galgenberg bei Neunhof und Ochsenkopf bei Tauchersreuth) könnte man sich aus technischer Sicht mittelgroße Einzelwindkraftanlagen mit je 600 kWel vorstellen. Die Wirtschaftlichkeit ist abschließend durch ein Standortgutachten zu ermitteln.

Bei der Bestimmung von geeigneten Standorten müssen neben den technischen und wirtschaftlichen Faktoren auch die städtebaulichen Aspekte einbezogen werden. Eine Windkraftanlage kann auf benachbarte Gemeinden oder Ortsteile einen erheblichen Einfluss haben. Zu nennen ist hier beispielsweise der optische Effekt ("Diskoeffekt") oder eine akustische Beeinträchtigung. Für die in der Studie vorausgewählten Standorte sollten Standortgutachten in Auftrag gegeben werden.

Eine geeignete Fläche für einen Windpark mit mehreren Windkraftanlagen an einem Standort ("Bündelung") steht aufgrund geografischer Gegebenheiten im Stadtgebiet Lauf nicht zur Verfügung.

Wasserenergie

In Lauf a. d. Pegnitz hat die Wasserkraftnutzung eine lange Tradition. An mehreren Stellen an der Pegnitz könnten Wasserkraftpotenziale durch weitere Neuanlagen oder Anlagenmodifikationen energetisch genutzt werden.

Das gesamte im Stadtgebiet zur Verfügung stehende Wasserkraftpotenzial der Pegnitz und des Bitterbaches liegt bei 4,3 GWh/a. Hiervon werden durch das Wasserkraftwerk der Städtischen Werke Lauf ca. 1,1 GWh/a genutzt (26,6 %).

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Aufgrund der ufernahen Bebauung entlang der Pegnitz im Innenstadtbereich (dort befindet sich das größte Potenzial) sind die Investitionskosten für die Baumaßnahmen übermäßig hoch, so dass eine Wirtschaftlichkeit nicht erreicht werden kann. Zudem sind aus Platzgründen keine günstigen Standorte für Neuanlagen vorhanden.

Biomasse

Für den Bereich der energetischen Biomassenutzung ist an erster Stelle die große Holzmenge mit einem Wärmepotenzial von 2,7 GWh/a zu nennen. Um diese Quelle erschließen zu können, ist eine flächendeckende Waldbewirtschaftung nötig. Das setzt voraus, dass sich möglichst viele der über 1.000 Waldbesitzer in Lauf in einer Forstbetriebsgemeinschaft organisieren und sich zu dieser gemeinschaftlichen Waldbewirtschaftung entschließen. 

Von den in der Studie ermittelten möglichen Standorten unabhängig ist der Einsatz von Holz in Form von Holzpellets, besonders als Ersatz für Heizöl, eine ökologisch und wirtschaftlich sinnvolle Maßnahme. Sie kann sowohl bei der Modernisierung von bestehenden Heizungen als auch bei Neubauten umgesetzt werden.

  

In den Stadtteilen Günthersbühl, Neunhof und Schönberg/Weigenhofen ist ein wirtschaftlich nutzbares Potenzial von 4,6 GWh/a für Biogasanlagen vorhanden. Dies kann entweder in Form von mehreren Einzelanlagen oder wenigen Gemeinschaftsanlagen erschlossen werden.

Im Bereich der Nutzung von Pflanzenöl sind kleinere Blockheizkraftwerke (BHKW) ökologisch und wirtschaftlich effektiv. Voraussetzung ist eine gewisse Wärmeabnahme in der Nähe des Standortes des BHKWs. Das Potenzial der Produktion ist mit 420 MWh/a gering und auch von Subventionen in der Landwirtschaft geprägt. 

Solarenergie

Die Solarenergienutzung ist eine ökologisch zweckmäßige Alternative bzw. Ergänzung zu herkömmlichen Heiz- und Stromversorgungssystemen. Im Stadtgebiet Lauf stehen zahlreiche Dachflächen (1,5 Mio. m²) zur Verfügung, die teilweise für Solaranlagen geeignet sind (Photovoltaik und Solarthermie). Ökonomisch betrachtet sind beide Anlagentypen auch unter Ausnutzung der hohen Stromvergütung bei der Photovoltaik nach dem EEG und der Förderzuschüsse heute noch nicht wirtschaftlich. Im Vergleich zum erschließbaren Potenzial (45.493 MWh/a bei Nutzung von 23 % aller Dachflächen im Stadtgebiet) werden heute erst 0,05 % (22,5 MWh) genutzt. Für die Photovoltaik bedeutet dies, dass Anlagen mit ca. 34 MWp (!) installiert werden müssten (Investition von 340 Mio. DM bei 10.000 DM/kWp). Die Initiative müssten hier die Gebäudeeigentümer ergreifen.

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Wärmepumpen

Die Wärmepumpe stellt eine wirtschaftliche und ökologische Möglichkeit der Beheizung von neuen Wohngebäuden dar. Gerade im Vergleich zu neuen Heizölheizungen ist diese Technik zu empfehlen. Die Wirtschaftlichkeit wird heute maßgeblich von der finanziellen Förderung des Bundes sowie von günstigen Wärmepumpen-Stromtarifen der Energieversorgungsunternehmen begünstigt.

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Bauleitplanung

Bei der Bauleitplanung ergeben sich wenige Möglichkeiten, den Einsatz von erneuerbaren Energien zu verstärken. In den Bebauungsplänen können die Ausrichtung und die Anordnung der Gebäude für eine aktive und passive Solarenergienutzung berücksichtigt werden.

Verbindliche Auflagen für den Einsatz erneuerbarer Energien sind in der Bauleitplanung im Wesentlichen nur bei einem Verkauf von städtischen Grundstücken möglich. Unterstützende Maßnahmen beschränken sich auf die frühzeitige Information der Bauherren. So könnte Informationsmaterial zum Einsatz von erneuerbaren Energien für Bauherren im Bauamt oder bei den Städtischen Werken Lauf direkt ausliegen (ggf. in Zusammenarbeit mit der ENA).

Der Bau eines Musterhauses oder die Umrüstung eines bestehenden Hauses als Musterobjekt könnte den Einsatz von erneuerbaren Energien wie Solarthermie, Photovoltaik oder Holzheizungen unterstützen. Denkbar ist auch die Auslobung eines Wettbewerbs zum Einsatz von erneuerbaren Energien. Dies schafft Initiative, regt zur Nachahmung an (Vorbildfunktion, Multiplikatoreffekt), das Handwerk sollte eingebunden werden. 

Förderungen

Das Thema Förderungen ist sehr umfangreich und dynamisch. Für alle Arten der erneuerbaren Energien gibt es durchaus attraktive Förderprogramme auf Landes- und Bundesebene. Unterschieden werden muss dabei zwischen privaten Nutzern und Körperschaften.

Je nach spezieller Situation sind die unterschiedlichen Möglichkeiten abzuwägen, um ein geeignetes Förderprogramm optimal zu nutzen. Durch die Kumulierungsverbote in den einzelnen Programmen können regenerative Energien im Regelfall nicht durch weitere Fördergelder z. B. von der Kommune direkt bezuschusst werden.

Auch das Gesetz über den Vorrang erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz – EEG) hat das politisch gewollte Ziel, erneuerbare Energien verstärkt einzusetzen, positiv beeinflusst. Darüber hinaus ist das Engagement des einzelnen Bürgers, neben dem Kombinieren von Förderprogrammen erforderlich, um eine deutliche Klimaentlastung zu bewirken.

Wirtschaftlich nutzbare Potenziale lassen sich demnach insbesondere in den Bereichen Biomasse und Wärmepumpen darstellen.

Bei Umsetzung aller erschließbaren Potenziale könnten 31 % des Strombedarfs und 10 % des Wärmebedarfs der Stadt Lauf mit erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden (ohne Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit). 

Fazit und Ausblick

Potenziale für eine intensivere Nutzung der erneuerbaren Energieträger sind im Stadtgebiet Lauf a. d. Pegnitz durchaus vorhanden. Gegen eine umfassende Nutzung dieser Potenziale spricht heute in vielen Bereichen noch die ungünstige wirtschaftliche Situation. Geht man davon aus, dass mit knapper werdenden Ressourcen die Energieträger teurer werden, verschiebt sich diese Betrachtung zugunsten der erneuerbaren Energien. Die ermittelten Potenziale hingegen sind hiervon unabhängig.

Ökologisch betrachtet ist es zwingend erforderlich, bereits heute die Weichen für einen effizienteren Umgang mit Energie zu stellen. Gerade die Städte und Gemeinden können mit vertretbaren wirtschaftlichen Mehraufwendungen ihrer Vorbildfunktion gerecht werden.

Der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energieträger ist eine Zukunftssicherung für die nachfolgenden Generationen.