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| vorher | nachher |
Im Rahmen der lokalen AGENDA 21 in Nürnberg entstand im Jahr 2000 die Projektidee, ein für die Stadt Nürnberg typisches älteres Gebäude - vorrangig ein Einfamilienhaus - mustergültig zu sanieren. Die Aktion sollte Vorbildcharakter haben und andere Hauseigentümer informieren und letztendlich auch zur Nachahmung anregen.
Ziel ist in erster Linie die lokale Klimaentlastung im Gebäudebestand. Das Projekt ist damit auch ein Baustein des Klimaschutzfahrplans der Stadt Nürnberg.
Zunächst wurde am Gebäude das Dach gedämmt. Da die Sparrenhöhe für eine vernünftige Dämmung zwischen den Sparren nicht ausreichte, wurde die Kombination von Zwischen- und Aufsparrendämmung mit einer Gesamtdämmstärke von 20 cm (Wärmeleitgruppe 035) gewählt. Dies bewirkt neben den verminderten Wärmeverlusten im Winter auch eine Verbesserung im Sommer, da sich der Schlafraum im Spitzboden dieses Hauses bisher im Sommer schnell überhitzte.
Im nächsten Schritt wurden die Außenwände mit einem Wärmedämmverbundsystem mit FCKW-freien Polystyrol-Hartschaumplatten versehen (Dicke 12 cm, Wärmeleitgruppe 035). Die Fenster wurden erst vor wenigen Jahren erneuert. Die Fensterlaibungen wurden jedoch umgestaltet, um Wärmebrücken zu vermeiden. Durch eine konische Öffnung der Laibungen nach außen konnte Dämmputz an den Laibungen angebracht werden. Geplant ist abschließend noch die Dämmung der Kellerdecke von unten mit Mineralfaserplatten.
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Varianten
nach WSVO 95 |
Spezifischer
Wärmebedarf |
Vergleich
zu heute |
Vergleich
zu WSVO 95 |
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Heutiger
Zustand |
257,6
kWh/m²×a |
100 % |
325
% |
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WSVO
95, max. zulässig im Istzustand |
79,38
kWh/m²×a |
30,8
% |
100 % |
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12
cm AW-Dämmung |
71,15
kWh/m²×a |
27,6
% |
89,6
% |
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Nach EN832 berechnet |
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Jahresheizwärmebedarf vorher |
52.812,1 kWh/a |
100 % |
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Jahresheizwärmebedarf nachher |
15.169,9 kWh/a |
28,7 % |
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Normheizwärmebedarf vorher |
20,74 kW |
100 % |
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Normheizwärmebedarf nachher |
6,54 kW |
31,5 % |
Der nach dem Monatsbilanzverfahren (EN 832) ermittelte
Jahresheizwärmebedarf sinkt um 71 %, ein beachtliches Ergebnis.
Das Gebäude der Familie Porst eignet sich in idealer Weise als "Musterhaus". Es zeigt sehr deutlich die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen einer umfassenden energetischen Modernisierung auf.
Mit den beschriebenen Maßnahmen ist es gelungen, den Heizenergiebedarf des Gebäudes um über 70 % zu reduzieren. Dies entspricht einer Einsparung des klimarelevanten Kohlendioxides (CO2) von 9,5 Tonnen CO2 pro Jahr, ein Gewicht das etwa einem voll beladenen Kohlewagon der Bundesbahn gleich kommt.
Die Erkenntnisse in der praktischen Umsetzung, Vermeidung von Wärmebrücken und Zusammenarbeit von Handwerk und Planern sind für alle Beteiligten wertvoll.
Ein Projekt, das auch in anderen Städten der Region Mittelfranken im Agenda-Prozess Schule machen sollte.